Meersburg: Residenzstadt mit der ältesten bewohnten Burg Deutschlands
Meersburg liegt am Überlinger See, dem nordwestlichen Arm des Bodensees, und zählt gut 5.950 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Stadt gehört zum Bodenseekreis und liegt im Regierungsbezirk Tübingen. Ihr Wahrzeichen ist die Burg Meersburg, auch Altes Schloss genannt, die als älteste noch bewohnte Burg Deutschlands gilt. Der Überlieferung nach soll sie bereits im Jahr 630 unter König Dagobert I. errichtet worden sein, auch wenn sich das durch die erhaltene Bausubstanz nicht belegen lässt. Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert residierten hier die Fürstbischöfe von Konstanz, bevor sie ab 1750 ins deutlich größere Neue Schloss umzogen, das bis heute die barocke Blütezeit der Stadt dokumentiert.
Berühmt wurde die Burg zusätzlich durch die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff, die dort bei ihrer Schwester und deren Mann, dem Freiherrn Joseph von Laßberg, lebte und am 24. Mai 1848 starb. Heute beherbergt das Alte Schloss ein Museum mit spätgotischen und barock stuckierten Räumen. Für die Sicherheitsplanung bedeutet diese Geschichte vor allem eines: Meersburg hat mehr historische Bausubstanz auf kleiner Fläche als die meisten Nachbarstädte, und das verlangt andere Lösungen als ein Neubaugebiet.
Die Stadt selbst gliedert sich in Ober- und Unterstadt, verbunden durch steile Gassen und Treppen, die vom Ufer hinauf zur Burg führen. Diese Topografie hat einen praktischen Nebeneffekt für die Sicherheitsplanung: Rückwärtige Zugänge und Kellereingänge liegen an Hanglagen oft höher oder tiefer als gedacht, und Standardlösungen von der Stange passen selten auf Anhieb.
Tourismus und Weinbau prägen die Wirtschaft
Anders als in reinen Wohngemeinden lebt Meersburg vor allem vom Tourismus. Die Altstadt mit ihren engen Gassen, das Vineum als Weinmuseum am See und der aktive Weinbau am Steilhang ziehen ganzjährig Gäste an. Eine örtliche Winzergenossenschaft bewirtschaftet Steillagen, die zu den bekanntesten am Bodensee zählen, und beliefert Gastronomie und Einzelhandel weit über die Stadtgrenze hinaus. Zur touristischen Infrastruktur zählen Hotels, Pensionen, Weinstuben und Läden, deren Umsatz stark saisonal schwankt: Im Sommer sind Altstadt und Uferpromenade dicht gefüllt, im Winter deutlich ruhiger.
Diese Saisonalität ist sicherheitstechnisch relevant. Objekte, die im Sommer volle Kassen und hohe Besucherfrequenz haben, stehen im Winter teilweise wochenlang mit reduziertem Betrieb da. Eine Anlage muss also beides abdecken: Diebstahlschutz während des Betriebs und Einbruchschutz in den ruhigeren Monaten. Auch das Neue Schloss wird heute als Veranstaltungsort für Hochzeiten und Feiern genutzt, was zeitweise hochwertige Ausstattung und Publikumsverkehr in einem historischen Gebäude zusammenbringt, das eigentlich nicht für moderne Eventtechnik gebaut wurde.

