Engen: historische Altstadt im Hegau
Engen liegt im Hegau, am Fuß des erloschenen Vulkankegels Hohenhewen, und zählte zum 31. Dezember 2024 rund 11.300 Einwohner. Zur Stadt gehören neben der Kernstadt acht Stadtteile: Anselfingen, Bargen, Biesendorf, Bittelbrunn, Neuhausen, Stetten, Welschingen und Zimmerholz, verteilt auf eine für die Region große Gemeindefläche von 70,56 Quadratkilometern. Das Gebiet ist seit Jahrtausenden besiedelt: In der Umgebung, unter anderem an der Fundstätte Petersfels, fanden Archäologen Spuren von Menschen, die schon vor rund 14.000 Jahren dort lebten, darunter die als „Venus vom Petersfels“ bekannte Elfenbeinschnitzerei.
Die Altstadt selbst geht auf eine lange Tradition als Amtsstadt zurück, die ihr aus der fürstenbergischen Zeit zentrale Funktionen verlieh — Obervogteiamt und Bezirksamt brachten Beamte und Wohlstand in die Stadt. Rund um den Marktplatz stehen bis heute Amtsgericht, Posthalterei, das Krenkinger Schloss mit Schützenturm und das Rathaus mit dem Stadtwappen. Ein alter Reim fasst das Selbstverständnis der Region so zusammen: „Engen, Tengen, Blumenfeld sind die schönsten Städt' der Welt.“
Vom Textil- und Zementstandort zum Gewerbegebiet Grub
Wirtschaftlich lebten die Menschen in Engen über Jahrhunderte von Textilindustrie, Zementproduktion und Tabakverarbeitung, ergänzt um kunsthandwerkliche Elfenbeinschnitzerei. Seit den 1970er-Jahren siedelten sich zunehmend mittelständische Betriebe an, wofür die Stadt gezielt das Industriegebiet Grub entwickelte. Das Gebiet liegt direkt an der A81 Stuttgart–Singen–Schweiz, erschlossen über die Anschlussstelle 39 Engen/Aach, und wird aktuell um weitere 5 Hektar erweitert. Parzellen ab 4.000 Quadratmetern lassen sich dabei flexibel auf die Bedürfnisse einzelner Betriebe zuschneiden.
Standortvorteile wie die direkte A81-Anbindung, ein vergleichsweise niedriger Gewerbesteuer-Hebesatz und die Nähe zur Schweiz machen Engen für Logistiker und produzierende Betriebe attraktiv: Singen mit seinem Industriegebiet ist rund 15 Minuten entfernt, das Medizintechnik-Zentrum Tuttlingen etwa 20 Minuten, die Schweizer Grenze ebenfalls 20 Minuten. Mit dem interkommunalen Gewerbegebiet InPark A81 kommt ein weiterer Baustein hinzu, der über Gemeindegrenzen hinweg Flächen für Industrie und Gewerbe bereitstellt.
Für Betriebe, die sich neu ansiedeln, bedeutet die Lage an der Autobahn zugleich ein eigenes Sicherheitsthema. Wer rund um die Uhr Lkw be- und entlädt, kann Werktore nicht einfach nach Feierabend verschließen und vergessen — Zufahrt und Rangierflächen bleiben auch nachts in Betrieb, während Büro- und Lagerbereiche gleichzeitig gesichert sein müssen. Diese Gleichzeitigkeit aus laufendem Betrieb und schutzbedürftigen Bereichen unterscheidet Gewerbeansiedlungen an der A81 von einem klassischen Ladengeschäft mit festen Öffnungszeiten.

